Was ist ein OEM (Original Equipment Manufacturer)?

OEM steht für Original Equipment Manufacturer und wird im Deutschen häufig mit Erstausrüster oder Originalhersteller übersetzt.

Ein OEM entwickelt oder produziert ein Endprodukt, das unter dem eigenen Namen oder der eigenen Marke vertrieben wird. Die dafür benötigten Komponenten können vom OEM selbst hergestellt oder von spezialisierten Zulieferern bezogen werden.

In der Automobilindustrie bezeichnet der Begriff OEM in der Regel den Fahrzeughersteller. Dieser definiert die technischen Anforderungen an ein Fahrzeug, integriert die einzelnen Komponenten und bringt das fertige Fahrzeug auf den Markt.

Was bedeutet OEM in der Automobilindustrie?

Ein Automobil-OEM ist für die Entwicklung, Produktion und Vermarktung von Fahrzeugen verantwortlich. Dazu gehören beispielsweise:

  • Pkw und Nutzfahrzeuge
  • Motorräder
  • Busse
  • landwirtschaftliche Fahrzeuge
  • Bau- und Spezialfahrzeuge

Der OEM legt die technischen Spezifikationen des Fahrzeugs und seiner Bauteile fest. Viele Komponenten werden jedoch von spezialisierten Zulieferern entwickelt und produziert.

Typische Komponenten sind:

  • Motor- und Getriebeteile
  • Brems- und Fahrwerkskomponenten
  • elektrische und elektronische Systeme
  • Beleuchtung
  • Filter
  • Sensoren
  • Innenraumkomponenten
  • Karosserie- und Anbauteile

Die gelieferten Komponenten werden vom Fahrzeughersteller geprüft, in das Fahrzeug integriert und als Bestandteil des fertigen Produkts vermarktet.

Was ist der Unterschied zwischen OEM und OE-Zulieferer?

Die Begriffe OEM und OE-Zulieferer werden häufig miteinander verwechselt.

Der OEM ist in der Automobilindustrie normalerweise der Hersteller des vollständigen Fahrzeugs.

Ein OE-Zulieferer produziert dagegen Bauteile oder Systeme für die Erstausrüstung eines Fahrzeugs. Die Abkürzung OE steht für Original Equipment.

Ein Zulieferer kann beispielsweise ein Bremssystem, einen Scheinwerfer oder einen Sensor nach den Vorgaben des Fahrzeugherstellers entwickeln und produzieren. Das Bauteil wird anschließend in der Fahrzeugproduktion eingesetzt.

Der Zulieferer ist damit Teil der OE-Lieferkette, aber nicht automatisch selbst der Fahrzeug-OEM.

OEM und OES

Was sind OEM-Teile?

Als OEM-Teile werden häufig Ersatzteile bezeichnet, die vom Fahrzeughersteller selbst oder unter dessen Marke vertrieben werden.

Diese Teile entsprechen den Vorgaben des Fahrzeugherstellers und werden über dessen Vertriebs- und Servicenetz angeboten. Sie können vom OEM selbst oder von einem beauftragten OE-Zulieferer produziert worden sein.

Je nach Markt und Anbieter werden die Begriffe OEM-Teil, Originalteil und OE-Teil unterschiedlich verwendet. Deshalb sollte geprüft werden:

  • wer das Bauteil produziert hat
  • unter welcher Marke es verkauft wird
  • ob es für die Erstausrüstung hergestellt wurde
  • ob es den Spezifikationen des Fahrzeugherstellers entspricht
  • über welchen Vertriebskanal es angeboten wird

Was ist der Unterschied zwischen OEM-, OE- und Aftermarket-Teilen?

Im Ersatzteilmarkt werden mehrere Begriffe unterschieden:

OEM-Teile

OEM-Teile werden in der Regel unter der Marke des Fahrzeugherstellers angeboten. Sie entsprechen den vom OEM definierten Anforderungen und sind für bestimmte Fahrzeuge vorgesehen.

OE-Teile

OE-Teile stammen von einem Hersteller, der Komponenten für die Erstausrüstung produziert. Das Ersatzteil kann technisch dem ursprünglich verbauten Bauteil entsprechen, wird aber möglicherweise unter der Marke des Zulieferers verkauft.

Aftermarket-Teile

Aftermarket-Teile werden für den Ersatzteilmarkt hergestellt und außerhalb des Vertriebsnetzes des Fahrzeugherstellers angeboten. Sie können von OE-Zulieferern oder anderen Ersatzteilherstellern stammen.

Qualität, Ausführung und Preis können sich je nach Hersteller und Produkt unterscheiden.

Unterschiede OEM, OE und IAM Teile

Welche Rolle spielen OEM-Nummern im Automotive Aftermarket?

Fahrzeughersteller verwenden eigene Teilenummern, um Komponenten eindeutig zu identifizieren. Diese werden häufig als OEM-Nummern, OE-Nummern oder Originalteilenummern bezeichnet.

Was ist eine OEM-Nummer?

OEM- beziehungsweise OE-Nummern unterstützen:

  • die eindeutige Identifikation eines Fahrzeugteils
  • die Zuordnung von Ersatzteilen zu Fahrzeugen
  • die Suche nach passenden Alternativprodukten
  • den Abgleich zwischen Hersteller- und Aftermarket-Artikeln
  • die Vermeidung von Fehlbestellungen

Im Automotive Aftermarket werden diese Nummern häufig mit Produktdaten, Fahrzeugverknüpfungen und Referenznummern verbunden.

Systeme wie TecDoc stellen solche Verknüpfungen strukturiert bereit und ermöglichen es, passende Ersatzteile anhand von OE-Referenzen zu suchen.

Weitere Informationen finden Sie unter Was ist TecDoc?.

Welche Bedeutung haben OEM-Daten für ein PIM-System?

Ein Product Information Management System (PIM) verwaltet Produktinformationen zentral und stellt sie für unterschiedliche Vertriebskanäle bereit.

Im Automotive Aftermarket können OEM-bezogene Produktdaten unter anderem folgende Informationen umfassen:

  • OEM- und OE-Nummern
  • Fahrzeughersteller und Fahrzeugmodelle
  • technische Merkmale
  • Einbaupositionen
  • Fahrzeugverknüpfungen
  • Referenz- und Vergleichsnummern
  • Produktbilder und Dokumente
  • länderspezifische Produktinformationen

Ein Automotive-PIM hilft Herstellern und Lieferanten dabei, diese Daten zu strukturieren, zu validieren und für Kataloge, Onlineshops, Marktplätze oder Datenstandards wie TecDoc bereitzustellen.

OEM Nummern im PIM

Fazit

OEM steht für Original Equipment Manufacturer. In der Automobilindustrie bezeichnet der Begriff üblicherweise den Hersteller des vollständigen Fahrzeugs.

OEMs entwickeln Fahrzeuge, definieren technische Anforderungen und integrieren Komponenten von spezialisierten Zulieferern. Im Ersatzteilmarkt spielen OEM- und OE-Nummern eine wichtige Rolle bei der Identifikation und Zuordnung passender Fahrzeugteile.

Ein leistungsfähiges Automotive-PIM unterstützt Unternehmen dabei, OEM-Referenzen, technische Produktdaten und Fahrzeugverknüpfungen zentral zu verwalten und über verschiedene Vertriebskanäle bereitzustellen.

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